„Ich war ja selber überrascht“

„Ich war ja selber überrascht“

„Ich war ja selber überrascht“

Husarenstreich des FC Frankenwald 2

Die Saison des FC Frankenwald 2 lief bisher schlechter als erwartet. Vor dem Spiel gegen SpVgg Selbitz 2 stand man mit 9 Punkten aus 9 Spielen und lediglich 15 geschossenen Toren auf Platz 9 in der A-Klasse-West 1. Umso überraschender war der Sieg gegen den Tabellenführer aus Selbitz, der mit 5:1 sogar imposant deutlich ausfiel. Anpiff.info hat sich mit Trainer Stefan Weiß über den Husarenstreich unterhalten.

„Für mich selber kam der Sieg in seiner Deutlichkeit auch sehr überraschend“, gibt Weiß unumwunden zu, schließlich hatte er an diesem Tag beeindruckende 16 Ausfälle zu verkraften. Exemplarisch zählt er Mischa Weinrich, Kai Gössler, Manuel Laubmann und Marcel Püttner auf, welche für seine Mannschaft nahezu essentielle Stützen sind. „Seit wir die Fusion eingegangen sind, haben wir aber keine richtigen personellen Probleme mehr, so dass wir auch am Samstag eine recht ordentliche Truppe auf die Beine stellen konnten“, relativiert Weiß die These vom krassen Underdog. Die Marschrichtung für das Spiel gegen die Selbitzer Landesligareserve war von Beginn an klar, denn „einer so jungen und spielstarken Truppe ist nur mit körperlichen Spiel und Kampf beizukommen,“ weiß der erfahrene Trainer um die Spielanlage der Richter-Elf. Der ehemalige Aufstiegscoach des SG Gösmes/Walbergrün gibt jedoch auch zu, dass an diesem Tage vieles für seine Mannschaft optimal lief, so hatte der FC Frankenwald 2 Glück, dass die junge Gäste-Elf nach einem Lattentreffer von Richter nicht in Führung ging, das 1:0 von Stephan Fießmann war aus „stark abseitsverdächtiger Position“, das 2:1 resultierte aus einer Standardsituation und die Landesligareserve ließ eine postwendende Großchance zum erneuten Ausgleich ungenutzt. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg war die Verschiebung, des an diesem Tag überragenden Jan Schmökel aus der Spielmacherposition in die Rolle des Stürmers, wobei er nach der Umstellung mit zwei Toren erheblich zum Kantersieg beitrug. „Nach dem 3:1 haben die Selbitzer dann aufgegeben und wir hätten schließlich noch höher gewinnen können“, erklärt Weiß.

Saisonziel: Ein guter Mittelfeldplatz

Verwunderlich ist es schon, dass der FC Frankenwald 2 nach Wochen der Unkonstanz und teilweise überraschenden Niederlagen gerade gegen den Spitzenreiter den vierten Sieg im elften Spiel einfahren konnte. Weiß hat für den bisher bescheidenen Saisonverlauf mehrere Erklärungsansätze: „Der Hauptfaktor ist natürlich, dass wir jede Woche eine andere Elf aufbieten müssen, in der Regel rotieren wir wöchentlich auf sechs bis sieben Positionen.“ Der erfahrene Trainer weiß, dass man so keine Stabilität auf den Platz bekommt, vor allem „wenn der Großteil der zweiten Mannschaft auch gar trainiert.“ Weiß sieht dies aber gelassen, schließlich „ist der Ehrgeiz in unserer zweiten Mannschaft im Gegensatz zur ersten Mannschaft nicht so hoch. Die Jungs wollen einfach ordentlichen Fußball spielen und nach dem Spiel ihr Bierchen trinken – höhere Ziele sind nicht vorhanden.“ Dennoch wollen die Akteure des Fusionsvereins angesichts ihres durchaus vorhandenen Potenzials nicht auf dem bisher erreichten neunten Tabellenplatz in der A-Klasse-West verweilen. „Ein guter Mittelfeldplatz sollte schon drin sein“, dazu muss aber in den restlichen Spielen, vor allem gegen schwächer platzierte Mannschaften gepunktet werden. Nach den beiden
Auswärtsauftritten in Meierhof und Naila folgen zwei Heimspiele gegen den ASGV Bernstein und den TSV Presseck, welches übrigens ursprünglich im August ausgetragen werden sollte, jedoch aufgrund einer Schulterverletzung eines Pressecker Spieler beim Stand von 2:0 für Frankenwald abgebrochen wurde. Weiß strebt bis zur Winterpause aus den genannten vier Spielen neun Punkte an, obwohl er weiß, dass „die Gegner aus Naila und Bernstein schwer einzuschätzen sind.“

Spielerrochaden sind Normalität

Übrigens: Beim FC Frankenwald gibt es noch immer keine konkrete Kadertrennung zwischen den drei gemeldeten Mannschaften, was in der Praxis für einige Mehrarbeit sorgt, schließlich muss Weiß zusammen mit Spielleiter Lothar Scheler wöchentlich 25 bis 30 Leute anrufen, bis ein endgültiges Aufgebot bestimmt werden kann, wobei auch die vor allem in kleinen Vereinen argwöhnisch betrachtete „3+3-Regel“ des Verbandes für einiges an Kopfzerbrechen sorgt: „Bei uns ist es ja schließlich sogar so, dass zwischen der ersten und dritten Mannschaft Spieler hin und her
geschoben werden,“ meint Weiß abschließend.

Quelle: anpfiff.info

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